Russische "Märchen-Reise"

Bereits zum zweiten Mal luden die Kinder aus dem Ganztagesbetreuungsangebot „Russisch für russische Kinder“ unter Leitung von Frau Herrmann zu einem russischen Märchen-Nachmittag ein. Dieser fand am Freitag, den 25. März 20011, statt und lockte wiederum viele neugierige Zuschauer in die Berta Hummel-Schule. Eltern, Geschwister und auch Lehrer staunten über die großartige Leistung, die die Kinder in den drei Märchenstücken präsentierten. Souverän traten die Akteure vor dem begeisterten Publikum auf und zeigten voller Freude, was sie in den vergangenen Wochen erarbeitet hatten. Das Publikum dankte es ihnen und Frau Herrmann mit einem tosenden Applaus. Bereits heute darf man gespannt darauf sein, welches russische Märchen die Kinder am Schulfest im Mai vorführen werden.
Die Märchen-Reise beginnt ...
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Das "Mäuschen Lied"
Es lebte einmal eine kleine Maus, die jegliche Arbeit scheute. Sie hatte nichts anderes im Sinn, als nur zu tanzen und zu singen.
Ein wundervoller Tag -
Ein Baumstumpf, den ich mag -
Wie wundervoll bin ich -
Und das Lied ist nur für mich.
Jede Arbeit, die das Mäuschen angefangen hat, machte es schlecht und nicht zu Ende.
Einmal zeigten ihm die Waldarbeiter, wie man gut arbeiten und dabei trotzdem Spaß haben kann. Seitdem liebte die kleine Maus die Arbeit, und die Wörter in ihrem Lied änderten sich auch:
Ein wundervoller Tag -
Die Arbeit, die ich mag -
Bei mir sind meine Freunde -
Und das Lied bringt Freude.
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"Der Fuchs, der Hase und der Hahn"
Im Walde lebten einmal ein Fuchs und ein Hase. Der Fuchs hatte ein Häuschen aus Eis, der Hase eins aus Borke. Es kam die warme Frühlingszeit - dem Fuchs sein Häuschen schmolz, dem Hasen seins aber stand wie zuvor. Da kam der Fuchs zum Hasen, bat ihn erst um ein Nachtlager und warf ihn dann aus seinem Häuschen hinaus. Das Häschen geht seines Weges und weint. Da begegnet ihm der Hund. „Wau, wau, wau! Warum weinst du, Häschen?" „Wie soll ich denn nicht weinen? Ich hatte ein Häuschen aus Borke, der Fuchs eins aus Eis. Er bat mich erst um ein Nachtlager und warf mich dann hinaus." „Weine nicht, Häschen! Ich werde dir in deinem Kummer helfen." Sie gingen zum Häschen! Der Hund bellte los: „Wau, wau, wau! Mach, dass du raus kommst, Fuchs!" Der Fuchs antwortet aber vom Ofen herunter: „Komm' ich erst 'raus und spring' aus dem Haus, fliegen die Fetzen euch zum Entsetzen!" Der Hund erschrak und lief davon. Wieder geht das Häschen seines Weges und weint. Da begegnet ihm ein Bär: „Warum weinst du, Häschen?" „Wie soll ich denn nicht weinen? Ich hatte ein Häuschen aus Borke, der Fuchs eins aus Eis. Er bat mich erst um ein Nachtlager und warf mich dann hinaus." „Weine nicht! Ich werd' dir in deinem Kummer helfen." „Nein, das kannst du nicht. Der Hund hat's schon versucht, es ist ihm nicht geglückt, und auch du wirst ihn nicht hinaustreiben." „Doch, ich bring' ihn hinaus!" Sie gingen zum Häuschen! Der Bär schrie los: „Mach, dass du raus kommst, Fuchs!" Der Fuchs antwortet aber vom Ofen herunter: „Komm' ich erst 'raus und spring' aus dem Haus, fliegen die Fetzen euch zum Entsetzen!" Da erschrak der Bär und lief davon. Das Häschen aber geht weiter, da begegnet ihm ein Ochse: „Warum weinst du, Häschen?" „Wie soll ich denn nicht weinen? Ich hatte ein Häuschen aus Borke, der Fuchs eins aus Eis. Er bat mich erst um ein Nachtlager und warf mich dann hinaus." „Komm mit! Ich werd' dir in deinem Kummer helfen." „Nein, Ochse, das kannst du nicht. Der Hund hat es versucht, der Bär hat es versucht, - es ist ihm auch nicht geglückt, und auch du wirst ihn nicht hinaustreiben." „Doch, ich bring" ihn hinaus!" Sie gingen zum Häuschen! Der Ochse brüllte los: „Mach, dass du raus kommst, Fuchs!" Der Fuchs antwortet aber vom Ofen herunter: „Komm' ich erst 'raus und spring' aus dem Haus, fliegen die Fetzen euch zum Entsetzen!" Der Ochse erschrak und lief davon. Wieder geht das Häschen seines Weges und weint noch bitterlicher als zuvor. Da begegnet ihm der Hahn mit der Sense: „Ki-ke-ri-ki! Warum weinst du, Häschen?" „Wie soll ich denn nicht weinen? Ich hatte ein Häuschen aus Borke, der Fuchs eins aus Eis. Er bat mich erst um ein Nachtlager und warf mich dann hinaus." „Komm mit! Ich will dir in deinem Kummer helfen." „Nein, Hahn, du kannst mir nicht helfen. Der Hund hat es versucht - es ist ihm auch nicht geglückt, der Bär hat es versucht - es ist ihm auch nicht geglückt, der Ochse hat es versucht- es ist ihm auch nicht geglückt, und auch du wirst ihn nicht hinaustreiben." „Doch, ich bring' ihn hinaus." Sie kamen zum Häuschen! Der Hahn stampfte mit den Füßen und schlug mit den Flügeln: „Ki-ke-ri-ki! Ich stampf' mit der Ferse, trag' eine scharfe Sense, ich will den Fuchs erschlagen, ihn von dem Ofen jagen, hinaus aus dem Haus!" Der Fuchs hört es, kriegt Angst und ruft: „Ich zieh' grad meine Schuh' an." Da ruft der Hahn ein zweites Mal: „Ki-ke-ri-ki! Ich stampf' mit der Ferse, trag' eine scharfe Sense, ich will den Fuchs erschlagen, ihn von dem Ofen jagen, hinaus aus dem Haus!" Wieder ruft der Fuchs: „Zieh' grad' meine Kleider an." Der Hahn aber ruft zum dritten Mal: „Ki-ke-ri-ki! Ich stampf' mit der Ferse, trag' eine scharfe Sense, ich will den Fuchs erschlagen, ihn von dem Ofen jagen, hinaus aus dem Haus!" Ganz von Sinnen stürzte der Fuchs aus dem Häuschen. Der Hahn und das Häschen aber lebten von nun an zusammen in dem Borkenhäuschen.
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"Die Gänse — die Schwäne"
Es waren einmal ein Mann und eine Frau, die hatten zwei Kinder, ein Mädchen und einen Buben. "Töchterchen", sagte die Mutter "wir gehen jetzt zur Arbeit. Gib acht auf dein Brüderchen. Spiel nur auf dem Hof. Wir bringen dir auch ein buntes Tüchlein mit!" Als die Eltern fort waren, setzte das Mädchen ihren Bruder vor dem Fenster ins Gras und lief auf die Straße spielen. Da kam ein Zug wilder Schwäne daher, die hoben den Jungen in die Höhe und trugen ihn mit sich fort. Als das Mädchen zurückkehrte, war ihr Brüderchen weg. So sehr sie auch rief und weinte, der Junge ließ sich nicht sehen. Sie lief hinaus aufs freie Feld und sah in der Ferne, hinter den Wäldern, einen Zug wilder Schwäne verschwinden. Sie hatte schon viel Böses von den wilden Schwänen gehört und ahnte nun, wer ihr Brüderchen mitgenommen hatte. Verzweifelt lief das Mädchen den Schwänen hinterher. Nach einer Weile kam es an einen Ofen. "Ofen, kannst du mir nicht sagen, wo die wilden Schwäne hingeflogen sind?" Der Ofen antwortete: "Iß erst von meinem Roggenfladen, dann sag ich es dir." "Ich mag aber keinen Roggenfladen. Wir essen zu Hause immer Weizenbrot!" So also schwieg der Ofen. Sie lief weiter und kam zu einem Apfelbaum: "Apfelbaum, kannst du mir nicht sagen, wo die wilden Schwäne hingeflogen sind?" "Iß einen meiner Holzäpfel, dann sag ich es dir!" "Wir haben zu Hause viele süße Äpfel", entgegnete das Mädchen. Auch der Apfelbaum schwieg. Als das Mädchen wider ein ganzes Stück gelaufen war, kam es an einen Milchfluss mit Ufern aus Grütze. "Sag mir Milchfluss, wo sind die wilden Schwäne hingeflogen?" "Koste von meiner schlichten Grütze, dann will ich dir weiter helfen!" "Bei meinem Vater gibt es süße Sahne", erwiderte das Mädchen. Weiter lief es durch Wälder und Felder. Als es Abend wurde, wollte sie umkehre. Da sah sie eine kleine Hütte, die auf einem Hühnerbein stand und sich um sich selber drehte. Drinnen saß die Baba-Jaga und spann. Neben ihr saß das kleine Brüderchen und spielte mit silbernen Äpfelchen. "Guten Tag Großmütterchen!" "Guten Tag Mädchen, was willst du hier?" "Mein Kleid ist so nass, ich möchte mich ein wenig wärmen!" "Dann setz dich hier hin und spinn so lange", sprach die Baba Jaga und ging hinaus. Das Mädchen begann zu spinnen. Plötzlich kam ein Mäuslein unterm Ofen hervor und wisperte: "Mädchen, kleines Mädchen, gib mir ein wenig Brot. Ich will dir etwas Wichtiges sagen!" Das Mädchen gab ihm Brot. Das Mäuschen piepste: "Die Baba-Jaga heizt das Badehaus ein. Drin will sie dich seifen und schrubben, dann steckt sie dich in den Ofen, brät dich schön gar und frisst dich dann mit Haut und Haar." Da fing das Mädchen bitterlich zu weinen an und zitterte vor Angst. Das Mäuschen aber mahnte: "Beeile dich, nimm dein Brüderchen und lauf davon. Ich will für dich weiterspinnen!" Das Mädchen nahm den kleinen Bruder auf den Arm und lief so schnell es konnte, davon. Die Baba-Jaga aber kam ans Fenster und fragte: "Spinnst du, Mägdelein?" "Ja Großmütterchen", antwortete das Mäuschen. Als im Badehaus das Feuer loderte, wollte die Baba-Jaga das Mädchen holen. Aber es war verschwunden. Sie wütete und rief: "Ihr wilden Schwäne fliegt aus und holt mir die beiden wieder nach Haus!" Als das Mädchen am Fluss angekommen war, sah es die wilden Schwäne kommen. Sie bat den Fluss:" "Lieber Fluss, bitte verbirg uns vor den Schwänen!" "Iß erst von meiner schlichten Grütze!" Das Mädchen tat, wie ihm geheißen und der Fluss versteckte die Geschwister im Schatten seiner Ufer. Die wilden Schwäne sahen die Kinder nicht und flogen weiter und auch die Geschwister setzten ihren Weg fort. Da aber kehrten die Schwäne um und kamen den Kindern entgegengeflogen. Groß war die Not. Doch da stand der Apfelbaum. "Lieber, guter Apfelbaum, bitte verbirg uns!" "Iß erst von meinen Holzäpfeln!" Das Mädchen tat es und der Apfelbaum deckte die Kinder mit seinen Blättern zu. Die wilden Schwäne flogen vorbei und das kleine Mädchen lief mit seinem Brüderchen auf dem Arm weiter. Sie waren nicht mehr weit vom Elternhaus entfernt, da stürzten die Schwäne laut krächzend vom Himmel herab. Das Mädchen rannte zum Backofen. "Bitte, bitte, verbirg uns!" "Iß erst von meinem Roggenfladen!" Das Mädchen steckte einen Fladen in den Mund und kroch mit dem Bruder ins Ofenloch. Die Schwäne umschwirrten den Ofen, mussten dann aber endlich unverrichteter Dinge abziehen. Das Mädchen bedankte sich beim Ofen und kehrte mit ihrem Bruder heim. Bald darauf kamen auch die Eltern zurück.
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Die Reise geht zu Ende ...
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